Nordsee

Tag 2: Drei Häfen und eine barbusige Meerjungfrau

5. Juni 2019
Hooksiel Hafen

Umschlagplatz für Schmuggelware

Unser zweiter Streckenabschnitt steht ganz im Zeichen der Häfen. Den Anfang macht der Küstenbadeort Hooksiel im Landkreis Friesland. Der Alte Hafen von Hooksiel sieht sehr schnieke aus. Vor allem die 1821 erbauten, denkmalgeschützten Speicher- und Packhäuser verleihen dem kleinen Hafen einen besonderen Charme. Noch ein paar kleine Fischkutter und dazu ein historisches Rathaus mit Zwiebelturm – heute Künstlerhaus – und fertig ist ein idyllischer Ort an der Nordseeküste. Ein bisschen Geschichte darf auch nicht fehlen. Von 1806 bis 1814 blühte der Hafen als Umschlagplatz für Schmuggelware auf, da in dieser Zeit die Napoleonische Kontinentalsperre herrschte. Heute Leben hier rund 2.100 Einwohner.

Die Rache des Meerweibs

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel mussten wir unbedingt zweimal Halt machen. Daran führte kein Weg vorbei. Das lag zum einen am Pfannkuchenhaus Wangerland. Frühstück war schließlich schon mindestens eine Stunde her. Nicht, dass der Blutzuckerspiegel zu sehr abrutscht. Kurz zum Pfannkuchenhaus. Es war köstlich. Zum anderen hat uns eine barbusige Meerjungfrau zur Vollbremsung bewogen. Die überlebensgroße Bronzeskulptur „Dat Minsener Seewief“ erinnert an eine mittelalterliche Sage. Sie handelt von einem Meerweib, das aus Rache das Wangerland überflutet hat. Eine kleine Tafel erinnert zudem an die Sturmfluten von 1164, 1362, 1717 und 1962.

Bronzeskulptur „Dat Minsener Seewief“

Ein weltberühmter Filmdrehort

Der zweite Ort, der sich um den Titel „Hafen des Tages“ bewirbt, trägt den Namen Neuharlingersiel. Das Nordseeheilbad hat zwar nur 960 Einwohner, ist aber als Filmdrehort weltberühmt. Zu den Blockbustern zählen „Der Seehund von Sanderoog“, die Serie „Doktor Martin“ und „Bermuda-Dreieck Nordsee“ mit Hannes Jaenicke und Bettina Zimmermann. Wie zuvor in Hooksiel sind auch in Neuharlingersiel Anker weit verbreitet. An Schiffen, als Souvenir und als Denkmal. Apropos Denkmal. Darf nicht fehlen. In Neuharlingersiel sind es die zwei Skulpturen „Alt- und Jungfischer“ des Bildhauers Hans-Christian Petersen. Sie zeigen einen alten und einen … okay, lassen wir das. Ein sehr schmuckes Backsteinbauwerk haben wir auch ausfindig gemacht. Den Sielhof. Früher Fürstenhaus, heute teilweise Restaurant, Ausstellungs- und Veranstaltungsort.

Der verirrte Pottwal

Der dritte Hafen im Bunde ist Norddeich. Der Hafen ist ein bisschen praktischer angelegt als die beiden Vorgänger. Hier steht der Fährverkehr nach Norderney im Vordergrund. Sagen wir’s mal so. Norddeich hat beim Rennen um den schönsten Hafen des Tages nicht gewonnen. Aber dafür hat der Stadtteil anderes zu bieten. Tierisches. Darunter ein 15 Meter langes Pottwal-Skelett. Ein ganz großes Dankeschön an dieser Stelle an das Waloseum, dass uns in die Ausstellung eingeladen hat, um das Skelett mal mit eigenen Augen zu sehen. Das arme Pottwal-Männchen hat sich im Jahr 2003 in die deutsche Bucht verirrt und ist vor Norderney im Watt gestrandet. So ein Tier kann 70 Jahre alt und bis zu 18 Metern lang werden. Und schlanke 50 Tonnen wiegen. Neben all den Ausstellungsstücken befindet sich im Waloseum auch die Seehund-Quarantänestation, wo kleine Seehunde und Kegelrobben tierärztlich versorgt und beobachtet werden, bevor sie zu den anderen Tieren in die Seehundstation Norddeich gebracht werden.

Ein Dankeschön

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal beim Zollhaus in Utlandshörn bedanken, das uns mit zwei Übernachtung auf unserem Rundumweg unterstützt hat. Danke dafür.

1 Kommentar

  • Reply Birgit 6. Juni 2019 at 9:21

    Sehr interessant, ich freue mich schon auf morgen.

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