Tschechien

Tag 36: Gläserne Gärten und ein Baumwipfelpfad

9. Juli 2019
Schiff aus Glas in Frauenau

Ein 44 Meter hoher Baumturm im Bayerischen Wald

Sind heute durch die hintersten Winkel des Bayerischen Waldes gefahren. Haben viele Bäume gesehen. Unmengen. Um unseren Blickwinkel mal ein bisschen zu verändern, sind wir über den Baumwipfelpfad Bayerischer Wald gestiefelt. Der 1.300 Meter lange Pfad durch die Baumkronen befindet sich in der Gemeinde Neuschönau mitten im Nationalpark Bayerischer Wald. Hier kann man 25 Meter über dem Waldboden viel Wissenswertes über den Baumbestand im Nationalpark erfahren. Am Ende des Pfades hat uns der 44 Meter hohe Baumturm erwartet. Die über 500 Meter lange Rampe wickelt sich wie eine Spirale um den riesigen Baum. Auf der Aussichtsplattform angekommen, kann man bei guter Sicht bis in die Alpen blicken.

Eindrucksvolle Landschaften entlang der Glasstraße

Auf unserem Weg durch Niederbayern sind wir auf der Glasstraße gelandet. Sie führt durch eindrucksvolle Landschaften des Oberpfälzer Waldes und des Bayerischen Waldes. Im Mittelpunkt steht – der Name lässt es vermuten – das Thema Glas. Auch heute sind an der Glasstraße noch zahlreiche Betriebe ansässig. Wie zum Beispiel die sehr bekannte Kristallglasfabrik Spiegelau. Nur eine Ortschaft weiter liegt Frauenau. Ein riesiges Glasherz am Straßenrand hat unseren Entdeckerdrang geweckt. Also nicht Herz im Sinne von Herz sondern Herz im Sinne von Organ. Sind hier mitten in den Gläsernen Gärten von Frauenau gelandet. Ein Skulpturenpark mit Glasobjekten. Sehr idyllischer Flecken Erde. Und die ergonomisch geformten Holzliegen am Museumspark bekommen von uns die Bestnote.

Ein Leben zwischen Tankstellen und Casinos

Wieviel ein paar Meter über die Grenze ausmachen können, um in einer vollkommen anderen Welt zu landen, haben wir in Horní Folmava erlebt. Deutsch Ober-Vollmau. Die tschechische Ortschaft liegt nur 500 Meter von der bayerischen Grenze entfernt. 1930 lebten hier noch über 1.000 Einwohner. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung in den Jahren 1945 und 1946 sowie durch den Eisernen Vorhang sind viele Häuser in Horní Folmava verschwunden. Im Jahr 2001 lebten nur noch etwa 60 Menschen in der Ortschaft. Trotzdem tobt in Horní Folmava das Leben. Seit der Grenzöffnung haben sich hier Casinos, Tankstellen und „Vietnamesenmärkte“ angesiedelt. In einer Straße steht die Kirche des heiligen Antonius von Padua neben dem Mamba Nachtclub. Der grenzt an einen vietnamesischen Markt mit Gartendekoration. Eine Armee aus nackten Gartenzwergen, Jesus Statuen und Pandabären richtete ihre Augen auf zwei „frisch Verliebte“, die auf einer Bank im Hinterhof des Nachtclubs rumgemacht haben. Weiter die Straße runter Tankstelle, Casino, Thai-Massage, Tankstelle, Nagelstudio, Casino. Die ehemalige Glasmachersiedlung Bystřice ist heute dagegen nur noch eine Wüstung.

Ein Dankeschön

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal beim Hotel Hohenbogen in Furth im Wald bedanken, das uns mit einer Übernachtung auf unserem Rundumweg unterstützt hat. Danke dafür.

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