Tschechien

Tag 40: Viel Niederschlag und eine Gemeinsame Mitte

13. Juli 2019
Deko-Figuren in Weipert (Vejprty)

Ein gemeinsames Ortszentrum mit Sprachröhre

Kurz vor unserem ersten Halt sind wir durch die Ortschaft Niederschlag in Sachsen gefahren. Und was hat uns erwartet? Niederschlag und ein Trabi. Hier im tiefsten Erzgebirge hat uns heute die Farbe verlassen. So auch in Bärenstein. Die Ortschaft liegt direkt an der deutsch-tschechischen Grenze im Tal des Pöhlbaches. Nach dem Abriss verschiedener Industriebrachen in Grenznähe entstand hier die „Gemeinsame Mitte“. Ein gemeinsames Ortszentrum von Bärenstein und seinem tschechischen Nachbarn Vejprty. Inklusive Pavillon, der als Ausstellungsraum, Informationszentrum und Kultursaal dient. Am besten hat uns die Sprachröhre gefallen, deren Enden auf beiden Seiten der Grenzbrücke aus dem Boden gucken. Einwandfreie Verbindung. Besser als das Mobilfunknetz. Die „Gemeinsame Mitte“ ist eine schöne Idee, die vom Zusammenhalt beider Ortschaften zeugt.

Unterwegs im Weltkulturerbe

Es folgt eine Impression von unserer Fahrt durch das Weltkulturerbe Erzgebirge. Entlang der Grenze zwischen dem Freistaat Sachsen und unserem Nachbarland Tschechien.

Nebel auf der Straße

Einer der kältesten bewohnten Orte Deutschlands

Dass das mit dem Zusammenhalt zwischen europäischen Nachbarn auch anders geht, zeigt sich in Kühnhaide. Ein Ortsteil der sächsischen Stadt Marienberg im Erzgebirgskreis. Ausgedehnte Waldgebiete riegeln den Ort gegenüber Tschechien ab. Ein Fluss namens Schwarze Pockau markiert die Staatsgrenze. Die 550 Seelen Gemeinde ist das Zentrum einer europäischen Glanzleistung. Die einzige Brücke über die Schwarze Pockau wurde nur zur Hälfte saniert. Haargenau bis zur Mitte. Der tschechische Nachbarlandkreis hat die Brücke nach intensiver Prüfung für gut befunden und kein Geld bereitgestellt. Kleine Anekdote zum Schluss. Kühnhaide gilt aufgrund seiner Lage als eine der kältesten bewohnten Ortschaften in Deutschland. Im Winter 2011/2012 wurden hier minus 34,4 Grad Celsius gemessen.

Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer

Entlang der deutsch-tschechischen Grenze sind wir durch Deutschkatharinenberg gefahren. Der Name verrät schon, auf welcher Seite der Grenze sich die 120 Seelen Gemeinde befindet. Hier steht das Besucherbergwerk Fortuna-Stollen. Ein Bergwerk, das in seinen hintersten Winkeln noch vollkommen unerforscht ist. Nebenbei wird auch nach den 1945 versteckten Kunstschätzen gesucht. Es wird vermutet, dass der Stollen eines der Verstecke des Bernsteinzimmers sein könnte. Das Besucherbergwerk hat außerdem eine Schachtkaue im altem Stil und eine denkmalgeschützte Kolbendampfmaschine aus dem Jahre 1922 zu bieten. Restauriert und funktionstüchtig.

252 Meter lange Spannbetonbrücke über dem Stausee

Auf unserer Route durch den Freistaat Sachsen haben wir noch an der Talsperre Rauschenbach Halt gemacht. Gebaut zur Trinkwasserversorgung. Das Wasser wird in das Talsperrensystem Mittleres Erzgebirge geleitet und gelangt bis nach Chemnitz, Dresden und Freiberg. Der Rückstau der Flöha reicht bis in das angrenzende Gebiet der Gemeinde Český Jiřetín in Tschechien. Die zwischen 1963 und 1967 errichtete Brücke über die gestaute Wasserfläche war mit einer Länge von 252 Metern und einer Höhe von 20 Metern die erste größere in der DDR errichtete Spannbetonbrücke.

Ein Dankeschön

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei Heike und Roland bedanken, die uns besucht und zu einer Übernachtung in Geising eingeladen haben. Danke dafür.

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